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Wir sind am Ziel der Reise. Hinter uns geht
die Sonne auf und je weiter sie über die Bergkuppen der Anden
steigt, umso deutlicher wird die Ruinenstadt die dort unten liegt. Die
Bergkanten werfen einen scharfen Schatten auf die Reste der Mauern von
Machu Picchu - der Ruinenstadt der Inka. Zwei oder vier Tage
kämpft man sich über den "Camino Inka", dem Pfad der
Inka, über Pässe und steile Aufstiege, bis man
schließlich eines morgens diesen Anblick genießen
darf.
Als "Ziel der Reise" oder zumindest Höhepunkt werden wohl fast
alle Peru- Reisenden
diesen Morgen bezeichnen. Für uns ist er aber nur ein Teil,
ein Teil einer Reise durch Peru, dem Herzen des alten Inkareiches.
Wir beginnen in Cuzco. Mitten in Peru gelegen, war die Stadt einst das
Zentrum des Inkareiches, das sich von Ecuador über Peru bis
nach Bolivien erstreckte. Heute ist Cuzco eines der großen
Zentren des südamerikanischen Tourismus. Überall
begegnen wir anderen "Backpackern". Peru ist kaum für
Pauschalreisende geeignet. Hier trifft man vor allem solche, die auf
eigene Faust reisen. Wohin man als nächstes fährt
wird nach Tipps und Gesprächen mit anderen Reisenden
beschlossen. Selbstgezeichnete Karten von besonders abgelegenen aber
schönen Gegenden, die auch nicht im "Lonely Planet" stehen,
wechseln den Besitzer. Und zentral sind immer die vier W´s:
Wer bist du? Woher kommst du? Was hast du schon gesehen? Und vor allem:
Wieviel hast du dafür bezahlt?
In
Cuczo kann man beispielhaft sehen, was die Spanier in ihrer kurzen Zeit
als Kolonialmacht aus dem gemacht haben, was unter den Inkas aufgebaut
wurde. Die meisten kolonialen Gebäude stehen auf den
erdbebensicheren Grundmauern der Inka oder sind aus Teilen ihrer Tempel
entstanden. Rund um Cuczo besuchen wir mehrere solcher ehemaligen
Tempelanlagen - oder das was von ihnen übrig geblieben ist.
Die Menschen scheinen heute keinen Halt mehr in einer eigenen Tradition
zu haben. Quechua,
die Sprache der Inka, spricht kaum einer mehr. Spanisch ist
Landessprache. In der Kleidung mischen sich spanische Elemente und
ältere Traditionen. Und heute kommen all die Gringos, die
durch ihr Konsumverhalten das Leben der Menschen zusätzlich
beeinflussen.
Von den Spaniern unentdeckt blieb Machu Picchu - vielleicht die
Zufluchtsstätte des letzten Inka. Hoch und gut versteckt in
den Anden gelegen, weiß bis heute niemand genau, welche
Funktion die kleine Stadt hatte. Eine der beiden Eisenbahnstrecken, die
es in Peru gibt, führt hierhin. Die meisten Reisenden steigen
aber bei Kilometer 88 oder an einer späteren Stelle aus, um
nach einem mehrtägigen Marsch über Pässe und
Hochebenen die Stätte zu erreichen. Ob es der
Höhepunkt der Reise ist, mag dann jeder selbst entscheiden.
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