Äthiopien 2005


Wie sehr verändert sich ein armes Land in vier Jahren?
Wo sind die Straßenkinder hin?
Fortschritt?

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Durch die Verzögerung sind wir zu spät dran, entscheiden uns in die Nacht zu fahren. Eigentlich auch eine falsche Entscheidung. Wir kennen die genauen Kilometerangaben nicht, wissen nichts über die Sicherheitslage bei Nacht entlang der Straße. Aber wir haben ein zweites Mal Glück und kommen sicher an. Allerdings haben wir uns entschieden, eine Nacht in der zweitgrößten Stadt Äthiopiens - Dire Dawa zu verbringen.
Wir kommen spät an, können also nichts großes mehr unternehmen. Das staatliche Hotel am Ort ist gut, wobei einige Zimmer von mehr Lebewesen bewohnt werden als den menschlichen, die sich dort eingebucht haben. Wir besuchen noch den Markt am nächsten Tag. In einem altem Gemäuer gibt es alles essbare was man sich denken kann. Besonders spannend immer wieder: Die Vielfalt an Gewürzen. Ausgestattet mit bunten Pulvern, die wir noch nie vorher gesehen haben machen wir uns auf den Weg nach Harar.
Harar ist nicht weit von Dire Dawa. Lange war es das Zentrum des muslimischen Osten Äthiopiens. Innerhalb der Stadtmauern durften sich nur Moslems bewegen, Christen mussten draußen bleiben. Eine Trennung, die man heute noch spürt. Der christliche Markt ist vor und der muslimische innerhalb der Stadtmauern. Wir sind etwas enttäuscht von der Stadt.
Niemand, so scheint es uns, will sich um die Stadt kümmern. Die einst so berühmten weißen Häuser sind verdreckt.

Nur manchmal lässt sich die einstige Farbe erahnen. Das Geburtshaus von Haile Selassie ist ebenso heruntergekommen. Ein Wunderheiler versucht hier allein mit der Kraft Gottes Kranke zu genesen. Und die Stadt ist dreckig. Überall stinkt es, viele Gassen sind fließende Abwasserkanäle. Nur selten findet man einen Platz, einen kleinen Markt, ein Cafe, an dem es ruhig und angenehm zugeht.
Eine der wenigen Touristenattraktionen ist das Füttern der Hyänen. Es gab eine Symbiose zwischen den Tieren und den Bewohnern der Stadt: Durch für Abwässer bestimmte Löcher in der Stadtmauer kamen sie rein und fraßen die Abfälle. Eine natürliche Müllabfuhr. Die Abwässer und den Müll gibt es heute noch - die Hyänen werden von den Touristen gefüttert. Die Stadt ist auch die Hochburg des Tej. Der Handel mit den grünen Blättern blüht und jeder hat die Backen voll. Von der Dachterrasse unseres Hotels können wir das Markttreiben beobachten. Von dort oben sieht es dynamisch und bunt aus. Auf dem Boden ist es dagegen chaotisch und anstrengend.
Zum Ende der Reise beschließen wir schließlich etwas auszuspannen. Am Langanosee, südöstlich von Addis Ababa geht das am besten. Ein modernes Hotel und ein See, in dem man baden kann, lassen uns durchatmen und entspannen. Schließlich sind wir wieder in Addis und auf dem Weg zurück nach Deutschland.

Äthiopien hat sich verändert, seit wir das letzte mal vor vier Jahren hier waren, aber die Probleme sind geblieben. Wir sind gespannt, wie es das nächste Mal aussehen wird, was die politisch Verantwortlichkeit für ihr Land und seine Menschen tun wird. Wiederkommen werden wir.

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