Äthiopien


Unsere Reise hat uns von der Hauptstadt Addis Ababa bis tief in den Süden geführt.
Wir haben Menschen und ihr Schicksal kennengelernt.
Wir haben Kultur und Tradition erlebt. Wir haben äthiopische Vielfalt entdeckt.

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Wir wollen Menschen kennenlernen

Erste Gedanken

In Äthiopien gibt es Hungersnöte, sind die Menschen arm und herrscht immer Krieg. Das war das was ich noch bis vor einiger Zeit über Äthiopien dachte und wußte. Immerhin konnte ich das Land auf dem afrikanischen Kontinent schon mal halbwegs geographisch einordnen.
Plötzlich war dieses Land so nah. Denn ich werde hinfahren. Etwas mehr als zwei Wochen kann ich erfahren, was Afrika wirklich ist. Was sind erste Gedanken? Gibt es genug zu essen? Wohnen die Menschen in Häusern? Wie sieht es da überhaupt aus? Ist es sicher? Werde ich krank? Ich weiß es nicht mehr und es ist auch nicht wichtig. Auch der hastig angelesene Überblick über die äthiopische Geschichte, Kultur und Politik ist nicht wichtig.
Denn ich will Menschen kennenlernen. Will sehen, was es bedeuted ein Äthiopier zu sein und will den Umgang mit dem Fremden erleben. Ohne Stereotypen und ohne Erwartungen an Kultur und Geschichte. Ich möchte erfahren, wie die Menschen wirklich sind. Was sie für Interessen, Werte, Wünsche und Probleme haben. Als würde ich neue Freunde kennenlernen.

Der Flug in eine andere Welt

Die Reise begann für mich ganz normal. In einem Flugzeug auf dem Frankfurter Flughafen. Lufthansa, Ethiopian Airlines und andere Airlines fliegen mehrmals in der Woche direkt nach Addis Ababa. Die Flugzeit beträgt etwa 9 Stunden für die rund 9000 Kilometer. Ein Zwischenstopp wird in Kairo eingelegt.
Bei klarem Wetter konnte ich erst die schneebedeckten Gipfel der Alpen bestaunen. Und plötzlich war sie da, die Küste Afrikas. Wir waren über dem Nildelta. Der nächste Höhepunkt waren die Pyramiden. Im Licht der Nachmittagssonne lagen sie direkt unter meinem Fenster und zum Greifen nah. Der Pilot ist im Tiefflug einmal herumgeflogen. Ein wirklich tolles Bild. Nach dem Stopover in Kairo blieben dann nur noch einige Blicke auf die östliche Sahara bevor es dunkel wurde. Dünen, wie vom Meer geformter Sand. Dunkelheit. Bis nach Addis war Karthoum, die Haupstadt des Sudan, das einzige, was man sehen konnte.

Ich reise im Dezember. Eine gute Zeit für Äthiopien. Die Regenzeit beginnt im Juni und endet im September. Von meinem Nachbarn im Flugzeug erfahre ich einiges über äthiopische Zeitrechnung und Klimabedingungen. Praktisch das ganze Jahr wird es um 6 Uhr hell und um 18 Uhr dunkel. Daher gehen die Uhren in Äthiopien anders. Mitternacht ist um 6 Uhr morgens. Eine wichtige Information. Denn eine Verabredung kann dadurch leicht zu Missverständnissen führen. Und es gibt 13 Monate. 12 Monate haben 30 Tage und der 13. hat fünf oder in Schaltjahren sechs Tage. Durch den julianischen Kalender liegt die Jahreszahl 8 Jahre hinter unserer zurück.

Als wir kurz vor der Landung über Addis kreisen fragt er mich: First time? Ich sagte ja und er lachte und sagte: You got to be patient! Etwas anderes hatte ich auch nicht erwartet. Am Flughafen habe ich Anna Lena getroffen. Seit fast zwei Monaten ist sie schon hier. Forscht für ihre Magisterarbeit in der äthiopischen evangelischen Kirche.

Reisebericht 2:

Eindrücke aus Addis Ababa, der Kulturschock und Erlebnisse mit Straßenkindern

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